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Gebärmutterhalskrebs - Vorsorge und Früherkennung

Humane Papillomviren (HPV)


Humane Papillomviren sind weit verbreitet, infizieren Epithelien (Das Epithel ist neben Muskel-, Nerven- und Bindegewebe eine der vier Grundgewebearten) des Menschen und können verschiedene Erkrankungen auslösen. Es gibt mehr als 130 HPV-Typen und etwa 48 von ihnen können den Genitalbereich von Männern und Frauen infizieren.

Infektionen des weiblichen Genitaltrakts mit humanen Papillomviren sind häufig. Diese sind zunächst harmlos, da es oft nur zu einer vorübergehenden Infektion kommt. So kann bei ca. 50 Prozent der jungen Frauen im Alter zwischen 15 bis 25 Jahren eine HPV-Infektion nachgewiesen werden.

Bei vielen dieser Infektionen lassen sich verschiedene HPV-Typen gleichzeitig nachweisen.

Manche dieser HPV-Typen verursachen nur Genitalwarzen. Andere dagegen können Zellen am Gebärmutterhals abnormal verändern und langfristig (10 bis 15 Jahre) zu Gebärmutterhalskrebs führen. Der Nachweis von HPV bei zytologischen Auffälligkeiten (Beurteilung von Zellen, nachdem sie mikroskopisch als gefärbtes Präparat auf histologische Veränderungen oder Eigenschaften untersucht wurden) soll helfen, diesen Vorgang rechtzeitig zu erkennen.

Bei Zellveränderungen am Gebährmutterhals hat der HPV-Test einen hohen negativen Vorhersagewer - das heißt: keine Karzinomentwicklung bei Negativität für HPV innerhalb von ca. 5 Jahren.

Die HPV-Genotypisierung bei der Gebärmutterhals-Krebs-Vorsorge


HPV-Typen werden in 3 Gruppen eingeteilt:

  • high-risk (HR)-Typen - bei diesen HPV-Typen besteht ein erhöhtes Risiko, bei persistierender Infektion ein Karzi-nom zu entwickeln): 16, 18, 31, 33, 35, 39, 45, 51, 52, 56, 58, 59, 68, 73, 82
  • mögliche HR-Typen - eine Assoziation mit Karzinomen ist möglich: 26, 53, 66
  • low-risk (LR)-Typen - diese Typen haben nur ein sehr geringes Risiko zur Karzinomentwicklung: 6, 11, 42, 43, 54, 70, 72, 90 u.a.


HPV 16 und HPV 18 sind am häufigsten mit Karzinomentwicklung assoziiert.

Vorteile der HPV-Testung bei der Gebärmutterhals-Krebs-Vorsorge


  • Hochrisiko-Differenzierung (HPV 16, 18 oder andere HR-HPV)
  • Nachweis von multiplen Infektionen
  • Abklärung bei Verdacht auf Rezidiv nach Therapie durch gleichen oder neuen HPV-Typ
  • Beurteilungshilfe bei schwieriger Zytologie von intrazervikalen Läsionen (insbesondere HPV18/Adenokarzinome)


Luminex-basierte HPV-Genotypisierung


Mit dieser Methode werden die wichtigsten HPV-Typen mittels PCR, Hybridisierung und anschließender Detektion mittels Luminexverfahren nachgewiesen. Hierbei ist es möglich, HPV-Typen einzeln zu differenzieren.

Untersuchungen bei Männern


Humane Papillomviren findet man auch auf verschiedenen Körperoberflächen des Menschen, ohne dass eine persistierende Infektion oder tumorartige Veränderung vorliegen muss. So ist z.B. die Untersuchung auf HPV beim Mann im Genitalbereich nur sinnvoll, wenn Hautveränderungen (Genitalwarzen, Präkanzerose etc.) erkennbar sind.

Da die Rate an vorübergehenden Infektionen oder kurzzeitiger Besiedlung z.B. am Penis sehr hoch ist, kann ein Screening des Mannes im Sinne einer Übertragbarkeit auf die Frau nicht prinzipiell empfohlen werden.

Impfung


Seit 2007 wird jungen Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren (vor dem ersten Geschlechtsverkehr) die Impfung gegen HPV empfohlen. Große Studien haben gezeigt, dass die Impfung die Anzahl HPV-assoziierter Erkrankungen deutlich senken kann. Die Impfstoffe zeigen auch eine Wirksamkeit gegen einige HPV-Typen, die nicht im Impfstoff enthalten sind (Kreuzprotektivität).

Hinweise für gesetzlich Versicherte


Einige medizinische Leistungen können von den Krankenkassen nicht bzw. nicht in jedem Fall (z.B. auf eigenen Wunsch) übernommen werden und müssen deshalb vom Patienten selbst bezahlt werden. Die aktuellen Preise entnehmen Sie bitte dem Auftragsschein für individuelle Gesundheitsleistungen.

Hinweise für privat Versicherte


Es erfolgt eine Kostenübernahme der privaten Krankenversicherung nach gültiger GOÄ, wenn kein vorheriger Leistungsausschluss bestand. Falls Sie hierzu Fragen haben, wird Ihr Arzt Sie gern beraten.

Hier gibt es unseren Flyer "Gebärmutterhalskrebs - Vorsorge und Früherkennung" als pdf-Dokument zu lesen.






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