Für Patienten erklärt: So funktioniert eine Harnstein-AnalyseImmer mehr Menschen leiden unter Harnsteinen: Wir erklären leicht verständlich, wie Harnsteine in unserem Labor in Pasewalk untersucht werden.Die Medizinisch-Technische Laboratoriumsassistentin (MTLA) hält den Probenbecher, auf dem ein Barcode-Aufkleber prangt, unter den Scanner, um alle wichtigen Daten im Computer-System des Labors zu sehen. „Rund 60 Harnstein-Proben erreichen uns durchschnittlich in jeder Woche“, sagt Melanie Buth. An diesem Tag wird sie fünf Harnsteine analysieren. Fast jeder 20. Bundesbürger von Harnsteinen betroffenSeit 1976 werden in Pasewalk Harnsteine analysiertWie funktioniert ein moderner Infrarot-Spektrometer?Durch Infrarotstrahlung werden die einzelnen Atomgruppen der zu untersuchenden Substanz – hier ist es der pulverisierte Harnstein - zu Schwingungen angeregt. Diese Schwingungen lassen sich dank einer Computer-Software in Kurven darstellen. Im Hintergrund vergleicht der Computer die dargestellte Kurve mit Tausenden anderer Kurven, die in einer Datenbank gespeichert sind, nach Übereinstimmungen. So lassen sich die Bestandteile des Harnsteins bestimmen. Bevor Melanie Buth das Ergebnis des zu untersuchenden Harnsteins bekommt, muss sie das Infrarot-Spektrometer zunächst mit Material „füttern“. Mit einem Spatel gibt sie das Harnstein-Pulver auf eine Messplatte, die sich an der Oberseite des Infrarot-Spektrometers befindet. Anschließend dreht sie an einem grünen Griff, so dass ein Gegengewicht auf das Harnstein-Pulver drückt. „Das Computer-Programm gibt mir den Druck an – wenn 55 Prozent erreicht sind, ist es perfekt“, erklärt die MTLA. Jetzt ist es perfekt – die Analyse beginnt. Nach rund einer Minute erscheint das Ergebnis auf dem Bildschirm. „Der Computer zeigt mir die zehn Kurven aus der Datenbank, die am meisten der zu untersuchenden Probe übereinstimmen – dabei ist der hintere Teil der Kurve entscheidend, da können wir die Zusammensetzung des Harnsteins erkennen.“ Mit geschultem Blick schaut Melanie Buth auf den Bildschirm und nickt: „Die Ursache des Harnsteins, den wir gerade untersucht haben, ist eine Entzündung.“ Bei diesen Worten betritt eine Kollegin den Raum. „30 Prozent Whewellit, 70 Prozent Weddelit“, sagt Melanie Buth zu ihrer Kollegin, die gleichfalls wissend nickt. Was sich für den Laien wie unverständliches Fach-Chinesisch anhört, ist für die beiden klar verständlich. „Diese beiden Parameter sind für uns entscheidend – sie geben uns Auskunft, warum der Harnstein entstanden ist“, erklärt die IMD-Mitarbeiterin. „Bei dieser Probe konnten wir nachweisen, dass eine Entzündung der Auslöser war.“ Melanie Buth wendet sich wieder dem Mörser zu, in dem noch das restliche Harnstein-Pulver liegt. „Wir heben die Reste jeder Probe 14 Tage auf, um bei Nachfragen noch einmal messen zu können.“ Interessant: Das IMD Labor in Pasewalk untersucht nicht nur menschliche Harnsteine. „Wir bekommen auch Proben aus Tierarztpraxen von Hunden und Katzen – dann auch unsere tierischen Freunde haben mit Harnsteinen zu kämpfen.“ Ursachen für die Harnstein-Entstehung
T: 03834 8193-0 F: 03834 8193-39 Weitere Informationen zu Harnsteinen und der Harnstein-Analyse gibt es hier. |
Harnstein im Mörser.
Der Harnstein wird vorsichtig zerstoßen, sodass ein Pulver entsteht.
Der Infrarot-Spektrometer.
Das Harnstein-Pulver kommt auf den Infrarot-Spektrometer.
Der Gegendruck auf das Harnstein-Pulver wird erzeugt.
Beispiel: So schaut die Kurve der Harnstein-Analyse auf dem Computer aus.
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