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Präeklampsie-Untersuchung


Überarbeitung der bestehenden Leitlinie zur Diagnostik und Therapie hypertensiver Schwangerschaftserkrankungen / LI07C005 / Stand: 11. März 2020


In unserer Labor-Information möchten wir Sie über die Neuerungen der Präeklampsie-Untersuchung informieren. Dabei ist grundsätzlich zu beachten, in welcher Schwangerschaftswoche (SSW) die Präeklampsie-Untersuchung erfolgt.

Ab der 24. SSW übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die  Kosten für die Untersuchung, wenn bestimmte Faktoren erfüllt sind (siehe  Kapitel „Kassenärztliche Leistung: Messung sFlt-1 und PlGF ab der 24.  SSW“).

Neue Leitlinie


Nach  Überarbeitung der bestehenden Leitlinie zur Diagnostik und Therapie  hypertensiver Schwangerschaftserkrankungen wird nun auch der  sFlt-1/PlGF-Quotient als zuverlässiger Biomarker aus dem Serum der  Mutter berücksichtigt. Bei dem plazentaren Wachstumsfaktor (PlGF) und  der löslichen fms-ähnlichen Tyrosinkinase-1 (sFlt-1) handelt es sich um  angiogene Faktoren.

Präeklampsie-Allgemein


Bei  der Präeklampsie handelt es sich um eine ernstzunehmende Komplikation  in der Schwangerschaft, die bislang hauptsächlich durch die klinischen  Anzeichen einer Hypertonie sowie einer Proteinurie ab der 20. SSW  diagnostiziert wurde. Die Präeklampsie ist eine Hauptursache für  Frühgeburten und mit erhöhter maternaler und fetaler Morbidität und  Mortalität verbunden.
Sie tritt bei drei bis fünf Prozent aller  Schwangerschaften auf. Ursache für das Auftreten einer Präeklampsie ist  noch nicht eindeutig geklärt. Vermutet wird eine Funktionsstörung des  Endothels als Folge einer Freisetzung von Angiogenese-Faktoren in der  Plazenta.

IGeL-Leistung: Screening im 1. Trimenon


Im  Rahmen des Ersttrimester-Screenings kann das Risiko für eine später in  der Schwangerschaft auftretende Präeklampsie (ab SSW 20) berechnet  werden. Diese Untersuchung ist im Zeitraum SSW 11+0 bis 13+6 möglich.  Die Parameter PAPP-A (Pregnancy-associated plasma protein A) und freies  ß-HCG werden zur Einschätzung eines Trisomie-Risikos gemessen. In  Kombination mit PlGF (Placental growth factor) und unter Einbezug  weiterer Angaben (beispielsweise Blutdruck der Schwangeren und  Ultraschallbefunde) kann das Präeklampsie-Risiko berechnet werden.
Bei  diesen Untersuchungen handelt es sich um Leistungen unseres  Partnerlabors MVZ Martinsried GmbH. Derzeit arbeiten wir daran, die  Anforderung für Sie zu optimieren und möglichst unkompliziert zu  gestalten. Sobald dies gelungen ist, informieren wir Sie.

IGeL-Leistung: Messung sFlt-1 und PlGF in der 20. bis 23. SSW


Die  Messung von PlGF und die Ermittlung des sFlt-1/PlGF-Quotienten zur  Präeklampsie-Bestimmung zwischen der 20. und 23. SSW ist eine  IGeL-Leistung (Selbstzahler-Leistung), die Kosten werden nicht von der  gesetzlichen Krankenkasse übernommen.
Zeitraum für die Untersuchung: SSW 20+0 – 23+6
Untersuchungsmaterial: Serum
Für die Auswertung und korrekte Abrechnung ist die Angabe der SSW der Patientin unbedingt erforderlich.

Parameter und Kosten für die Schwangere
PlGF (IGeL): 27,98 €
sFlt-1 und PlGF inkl. Quotient (IGeL): 55,96 €
PlGF (privat versichert): 32,18 €
sFlt-1 und PlGF inkl. Quotient (privat versichert): 64,36 €

Für jeden Auftrag fällt zusätzlich eine Material- und Versandpauschale an.

Kassenärztliche Leistung: Messung sFlt-1 und PlGF ab der 24. SSW


Seit  dem 1. Oktober 2019 übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die  Kosten für die Bestimmung des Einzelparameters PlGF und des  sFlt-1/PlGF-Quotienten ab der 24. SSW +0, wenn mindestens EINES der folgenden Kriterien erfüllt ist:
  • fetale Wachstumsstörung
  • neu auftretender oder bestehender Hypertonus bei der Mutter
  • auffälliger dopplersonografischer Befund
  • weitere  organische oder labordiagnostische Untersuchungsbefunde, die mit einer  Präeklampsie assoziiert sind und keiner anderen Ursache zugeordnet  werden können

Zeitraum für die Untersuchung: ab SSW 24+0
Untersuchungsmaterial: Serum
Für die Auswertung und korrekte Abrechnung ist die Angabe der SSW der Patientin unbedingt erforderlich.
PlGF: EBM-Ziffer 32362
sFlt-1/PlGF-Quotient: EBM-Ziffer 32363

KBV  und GKV-Spitzenverband haben festgelegt, dass die neuen  Präeklampsie-Marker für zunächst zwei Jahre extrabudgetär vergütet  werden. Die Leistungen gehen folglich nicht ins Arztbudget.
Die Gebührenordnungsposition ist höchstens dreimal im Behandlungsfall berechnungsfähig.
Die Gebührenordnungspositionen 32362 und 32363 sind am Behandlungstag nicht nebeneinander berechnungsfähig.

Allgemeine Hinweise


Schriftliche Anforderung der Untersuchung: Diese  Untersuchungen erfolgen in unserem IMD Labor in Pasewalk. Wir bitten  Sie, unseren IMD-Greifswald-Anforderungsschein „Überweisungsschein für  Laboratoriumsuntersuchungen als Auftragsleistung“ zu nutzen und die  Parameter darauf zu vermerken. Wird eine IGeL-Leistung angefordert,  bitte die entsprechende Unterschrift der Patientin nicht vergessen. Um  eine eindeutige und möglichst einfache Anforderung der Untersuchungen zu  gewährleisten, wird unser IMD-Greifswald-Anforderungsschein derzeit  angepasst. Sobald dieser fertig ist, bekommen Sie ihn mit entsprechenden  Hinweisen in Ihre Praxis.
Hinweis für unsere Order-Entry-Nutzer: Die entsprechenden Präeklampsie-Untersuchungen sind im Order-Entry-System hinterlegt.
Bitte  legen Sie den Zeitpunkt der Blutentnahme möglichst nah an den Zeitpunkt  der Probenabholung durch unseren Laborkurier, da die Probe nur eine  gewisse Zeit stabil ist.

Auswertung/Interpretation des sFlt-1/PlGF-Quotienten


Bitte klicken Sie auf die Grafik, um diese als Vollbild zu sehen.


Aus: Roche Diagnostics: ElecsysT sFlt-1 / PlGF Biomarker zur Diagnose und Vorhersage der Präeklampsie









Kontakt IMD Labor Greifswald
Telefon: +49 3834 8193-0

Hier gibt es die Labor-Information als pdf-Dokument zu lesen.


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