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RSV-Infektionen  

Durchführung der RSV-Diagnostik mit dem ELISA, der RSV IgG- und IgA-Antikörper nachweist. 

Vorteile:

  • Der Nachweis von IgA-Antikörpern als Akutparameter zeigt zuverlässiger eine floride Infektion durch RSV an.
  • Der Test wurde vom Hersteller so eingestellt, dass "unbedeutende" Durchseuchungstiter ausgeblendet werden.
        
Erreger  

Das Respiratory Syncytial Virus (RSV) gehört zu den RNA-Viren und  verursacht Infektionen der Atemwege. Serologisch werden die Gruppen A  und B unterschieden. Der Mensch ist das einzige Reservoir für RSV.

Gegenüber Desinfektionsmitteln und Deter-genzien ist der Erreger sehr  empfindlich, besitzt jedoch eine relativ hohe Umweltresistenz (kann stundenlang auf kontaminierten Oberflächen überleben).

Saisonalität

Das RSV tritt in winterlichen Epidemien auf: Die höchste Inzidenz wird  in den Monaten von Oktober/November bis April/Mai (RSV-Saison)  beobachtet. Sporadische Infektionen können auch in den Sommermonaten  auftreten.

Betroffene Altersgruppe
 
Das RS-Virus kann in jedem Lebensalter Atemwegserkrankungen hervorrufen.  RSV ist aber der bedeutendste Erreger von Atemweginfektionen bei  Säuglingen und Kleinkindern. Bis zum Ende des 2. Lebensjahres haben  nahezu alle Kinder eine RSV-Infektion durchgemacht. Aber auch ältere  Menschen und immundefiziente Personen können betroffen sein. Besonders  gefährdet sind Patienten mit COPD, Asthma bronchiale, Mukoviszidose  sowie Frühgeborene mit broncho-pulmonaler Dysplasie und Herzfehlern.

Infektionsweg
 
Eintrittspforten für den Erreger sind die Nasenschleimhäute und Konjunktiven.

Übertragungsmöglichkeiten

  • Tröpfcheninfektion bei engem Kontakt (Entfernung < 2 m)
  •  kontaminierte Gegenstände (z. B. Stethoskope, Pflegehilfsmittel, Kugelschreiber)
  • kontaminierte Oberflächen (z. B. Hände)    
  • durch asymptomatische oder symptomarme Jugendliche und Erwachsene
        
RSV vermehren sich auf den Schleimhäuten der Atemwege und zerstören das zilientragende Epithel; es  kommt zur Verlegung der kleinen Atemwege (Entstehung von nicht  belüfteten Bezirken) und kompensatorisch zu stark belüfteten  Lungenarealen.

Inkubationszeit

2 bis 8 Tage (Mittel: 4 Tage)

Ansteckungsfähigkeit

Die Dauer der Ansteckungsfähigkeit beträgt 1 bis 5 Tage. Aber auch  Ausscheidungen der Viren über mehrere Wochen sind möglich (besonders bei Frühgeborenen und Immundefizienten).

Klinik

RSV verursacht ein breites Spektrum an akuten respiratorischen Erkrankungen wie Rhinitis, Pharyngitis, Keuchhusten-ähnliche Erkrankung  (Pseudo-Krupp), Tracheobronchitis, Bronchiolitis. In den ersten 4 bis 6  Lebenswochen werden nur selten ernste pulmonale Erkrankungen gesehen  (Schutz durch mütterliche Leihantikörper).

Im 1. Lebensjahr treten bei den Säuglingen Pneumonien, Bronchiolitis und Apnoen auf. Ab dem 2.  Lebensjahr entwickelt sich häufig eine obstruktive Bronchitis  (Asthma-ähnlich). Re-Infektionen bis ins Erwachsenen-Alter verlaufen  klinisch meist als Infektionen der oberen Luftwege („common cold“,  Erkältung). Bei Asthmatikern kann es zu einer Exazerbation des Asthmas  kommen.

Als Komplikationen sind akute Otitis media und stationär behandlungsbedürftige Pneumonien möglich. Bei Immunsupprimierten, Frühgeborenen mit vorgeschädigter Lunge, Kindern mit Herzfehlern werden  auch noch heute tödlich verlaufende Pneumonien gesehen (Letalität ca.  1%).
Unter nosokomialen Infektionen in der stationären Kinderheilkunde stehen RSV-Infektionen an erster Stelle.

Immunität

Es besteht keine langfristige Immunität. Re-Infektionen treten  lebenslang praktisch jährlich auf, bleiben aber meist relativ  symptomarm.

Therapie

Es existiert keine wirksame kausale Behandlungsmöglichkeit der  RSV-Infektion; die Therapie ist symptomatisch (Flüssigkeitszufuhr,  Sauerstoffgabe etc). Eine inhalative Ribavirin-Behandlung kann in  Erwägung gezogen werden (aber nur auf Intensiv-Stationen).

Prophylaxe

Im Krankenhaus sollten Patienten mit RSV-Infektion für mindestens 7 Tage  nach Beginn der Klinik von anderen Patienten räumlich getrennt werden  (ggf. Kohortenisolierung). Auf strikte Einhaltung der hygienischen  Händedesinfektion ist zu achten.

Aktive ImmunisierungImpfstoffe zur aktiven Immunisierung sind derzeit noch nicht verfügbar.

Passive Immunprophylaxe: Seit 1999 steht das Präparat Palivizumab (SynagisTM,  monoklonaler Antikörper) zur Prophylaxe von RSV-Erkrankungen zur  Verfügung. Kinder mit hohem Risiko für eine schwere RSV-Erkrankung  sollen die Prophylaxe erhalten, Kinder mit mittlerem oder niedrigem  Risiko können diese erhalten.

Dosierung: 15 mg Palivizumab/kg KG i.m., erste Injektion bei Epidemiebeginn, danach 4 Injektionen in monatlichem Abstand.

Diagnostik

1. Antigennachweis

Anforderung
RSV-Schnelltest
Untersuchungsmaterial
vorrangig Nasenspülflüssigkeit, ggf. auch Nasen-/ Rachenabstriche bzw. Aspirate
Entnahmesystem
Tupfer mit Virustransortmedium (kann über das Labor angefordert werden)
Untersuchungsdauer
ca. 1 Stunde, Untersuchung erfolgt taggleich mit eintreffendem Untersuchungsmaterial (Ergebnisübermittlung per Fax oder Telefon)

2. Antikörperbestimmung

Untersuchungsmaterial
Serum (weiße Monovette)


Quelle

Robert-Koch-Institut
Infektionskrankheiten A – Z
RSV-Infektionen
(RKI_Ratgeber/Merkblätter für Ärzte, Stand: Januar 2004)

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung. 


Ihr Team des IMD Labor Greifswald

Telefonzentrale des IMD Labor Greifswald: +49 3834 8193 0



Claudia Metelmann
Fachärztin für Mikrobiologie, Virologie
und Infektionsepidemiologie

Kristian Meinck
Ärzlicher Leiter IMD Labor Greifswald

Hier gibt es die Labor-Information als pdf-Dokument zu lesen.

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