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MRSA-Sanierung in der Praxis

Möglichkeiten der MRSA-Sanierung ambulanter Patienten

Die MRSA-Eradikationstherapie ist unter bestimmten Voraussetzungen auch ambulant abrechenbar.

Gerade für Patienten, die immer wieder stationär aufgenommen werden müssen, besteht ein hohes Risiko, mit MRSA kolonisiert  zu werden und eines Tages eine Infektion durch diesen schwer zu behandelnden Erreger zu bekommen. Gleichzeitig ist jedoch bei immer kürzeren Krankenhausverweildauern eine vollständige Eradikationstherapie beim mit MRSA kolonisierten Patienten im stationären Bereich allein nicht möglich.
 


Was muss der abrechnende Arzt nachweisen?

Der niedergelassene Arzt muss bei der KV MV einen entsprechenden Antrag zur Genehmigung zur Durchführung und Abrechnung der Leistungen gemäß der oben genannten Vergütungsvereinbarung bei der KV MV stellen und die fachliche Qualifikation entsprechend vorweisen.

In der Regel geschieht dies durch Unterschrift bestätigtes Studium des von der KV MV zur Verfügung gestellten Informationsmaterials zu MRSA.

Für welche Patienten gilt diese Regelung?

Die Leistungen sind nur bei Risiko-Patienten für eine/mit einer MRSA-Kolonisation/MRSA-Infektion sowie bei deren Kontaktperson(en) bis zum dritten negativen Kontrollabstrich (11-13 Monate) nach Abschluss der Eradikationstherapie berechnungsfähig.

Ein MRSA-Risikopatient muss in den letzten sechs Monaten stationär behandelt worden sein (mindestens vier zusammenhängende Tage Verweildauer) und zusätzlich die folgenden Risikokriterien erfüllen:

- mit positivem MRSA-Nachweis in der Anamnese

und/oder

- Patient mit zwei oder mehr der nachfolgenden Risikofaktoren:
 

  • chronische Pflegebedürftigkeit (mindestens Stufe 1),
  • Antibiotikatherapie in den zurückliegenden 6 Monaten,
  • liegende Katheter (z.B. Harnblasenkatheter, PEG-Sonde),
  • Dialysepflichtigkeit,
  • Hautulcus, Gangrän, chronische Wunden, tiefe Weichteilinfektionen.
     

Welche Leistungen erbringt das IMD Greifswald in diesem Rahmen für Sie?

Bei Anforderung im Rahmen dieser KV-Vereinbarung wird nur auf das Vorhandensein oder Nichtvorhandensein von MRSA untersucht, d.h. dass

  • kein Antibiogramm erstellt wird und
  • Begleiterreger nicht berücksichtigt werden.


Diese mikrobiologischen Untersuchungen eignen sich also nur zur Klärung der Frage, ob eine MRSA-Besiedlung vorliegt oder ob ein Sanierungsversuch erfolgreich war.

Die Abrechnungsnummern 86780 (Bestätigung) und 86781 (Ausschluss einer MRSA-Besiedlung) sind nur 2x je Behandlungsfall (je Quartal) abrechenbar. Deshalb empfiehlt sich die Entnahme kombinierter Nasen / Rachenabstriche, wenn zusätzlich weitere Regionen (Achsel, Leiste, Wunden etc.) untersucht werden sollen.

Wenn es sich um eine behandlungspflichtige Infektion mit MRSA handelt, ist eine Untersuchung auf E+R angezeigt.

Prästationäre Screening-Untersuchungen sind ebenfalls nur unter den genannten Voraussetzungen möglich.

Was muss zur Kennzeichnung auf dem Überweisungsschein vermerkt werden?

Bitte geben Sie deutlich auf dem Überweisungsschein an, dass es sich um eine entsprechende Untersuchung handelt: „MRSA-Patient“.

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.


Claudia Metelmann
Fachärztin für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie


Literaturhinweise

www.kvmv.info/aerzte/25/20/Qualitaetssicherung_aktuell_/MRSA_neue_Leistungen/index.html


Stand: Juli 2013


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