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Meldepflichtige Erreger - Arztmeldung

Meldepflichtige Infektionskrankheiten sind im Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen (Infektionsschutzgesetz – IfSG) von 2001, § 6, verzeichnet.

Zur Meldung verpflichtet sind i. A. der feststellende/ behandelnde Arzt
(sog. Arztmeldung) sowie die Labore (sog. Labormeldung). Die Arztmeldung erfolgt entweder namentlich oder anonym.

Meldung an das Gesundheitsamt (GA)

  • mittels Arzt-Meldeformular (Formulare erhältlich über das GA!)
  • unverzüglich, spätestens innerhalb von 24 h

Namentlich ist zu melden:


Krankheitsverdacht, Erkrankung sowie Tod an:
  • Botulismus
  • Cholera
  • Diphtherie
  • Hepatitis, akuter viraler
  • Humaner spongioformer Enzephalopathie, außer familiär-hereditärer Formen
  • HUS (hämolytisch-urämisches Syndrom, enteropathisch)
  • Hämorrhagischem Fieber, virus-bedingt
  • Masern
  • Meningokokken-Meningitis/-Sepsis
  • Milzbrand
  • Mumps
  • Paratyphus
  • Pertussis
  • Pest
  • Poliomyelitis (als Verdacht gilt jede akute schlaffe Lähmung, außer wenn traumatisch bedingt)
  • Röteln (auch konnatale Infekt.)
  • Tollwut (auch mögliche Tollwutexposition)
  • Tuberkulose (behandlungsbedürftig), auch bei fehlendem bakteriologischen Nachweis bzw. bei Therapieabbruch/-verweigerung)
  • Typhus abdominalis
  • Windpocken
Verdacht auf und die Erkrankung an:
  • Mikrobiell bedingten Lebensmittelvergiftung oder akuten infektiösen Gastroenteritis
    • bei Personen, mit einer Tätigkeit i. S. des § 42 Abs. 1 IfSG im Lebensmittelbereich
    • bei 2 oder mehr gleichartigen Erkrankungen mit wahrschein-lichem oder vermutetem epidemischen Zusammenhang
Verdacht auf:
  • Gesundheitliche Schädigung nach Impfung (gesonderten Meldebogen über das Gesundheitsamt beziehen!)
Auftreten von:
  • Bedrohlichen anderen Krankheiten (Gefahr für die Allgemeinheit)
  • Häufungen anderer Erkrankungen (zwei oder mehr Erkrankungen, bei denen ein epidemischer Zusammenhang vermutet wird, mit Gefährdung der Allgemeinheit)

Hinweis:
Bei jeder namentlichen Meldung ist zusätzlich anzugeben, ob und zu welchen Zeitpunkten vorher Schutzimpfungen gegen die jeweilige Krankheit durchgeführt worden waren.

Neben dem IfSG gelten zusätzlich die Landesverordnungen über die Erweiterung der Meldepflicht für Infektionskrankheiten.

Meldung bei Erkrankung sowie Tod:

Brandenburg
  • Borreliose
  • Herpes Zoster
Mecklenburg-Vorpommern
  • Borreliose (nicht namentlich)
  • Wundstarrkrampf (nicht namentlich) 

Nichtnamentlich zu melden ist
:
  • Gehäuftes Auftreten nosokomialer Infektionen, bei denen ein epidemischer Zusammenhang wahrscheinlich ist

Meldung an das Robert-Koch-Institut

(Einleitung der Meldung erfolgt durch das Labor!)
  • mittels RKI-Meldeformular (Formulardurchschlag wird dem Arzt durch das Labor zum Ausfüllen zugeschickt!)
  • innerhalb von 2 Wochen
Nichtnamentlich zu melden ist:

Krankheitsverdacht, Erkrankung sowie Tod an:
  • Echinococcus sp.
  • HIV
  • Plasmodium sp. (Malaria)
  • Toxoplasma gondii, konnatale Infektion
  • Treponema pallidum (Lues)

Hinweis:
Bei Erkrankungen oder Verdacht auf gesetzlich meldepflichtige Erkrankungen oder bei Krankheitsfällen mit meldepflichtigem Nachweis eines Krankheitserregers fallen die Laboruntersuchungen unter die Ausnahmekennziffer 32006 und belasten somit das Arztbudget nicht!

Die ausführlichen Informationen zur Meldepflicht (inkl. Falldefinitionen) können unter www.rki.de abgerufen werden.


Claudia Metelmann
Fachärztin für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie


Stand: Juli 2013

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