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Clostridium difficile-Infektion (CDI)

Schnellere Befunde durch neue Untersuchungsmethode

Die Diagnostik einer Infektion durch toxinbildende Clostridium difficile Stämme wird am 5. Mai 2014 im IMD-Greifswald auf ein Zwei- bzw. Dreistufen-Schema umgestellt. Das Ergebnis dieser Untersuchung erhalten Sie in der Regel bereits am folgenden Tag.

Erreger
  • Obligat anaerobes grampositives Stäbchen.
  • Sporenbildner, daher hohe Umweltstabilität.
  • Toxinbildende Stämme sind Krankheitsauslöser.


Symptomatik
 

  • abrupter  Beginn mit  wässrigem Durchfall mit charakteristischem fauligem Geruch (mindestens drei Stuhlgänge pro Tag für zwei oder mehrere Tage)
  • Schmerzen im unteren  Abdomen,  Leukozytose und Hypalbuminämie
  • Schwere Fälle: blutige Colitis, pseudomembranöse Enterocolitis, toxisches Megacolon und Kolonperforation; Todesfälle sind beschrieben.


Diagnostik

Im ersten Schritt wird eine hochsensitive Untersuchung auf das Enzym Glutamat-Dehydrogenase  (GDH) durchgeführt. Fällt diese negativ aus, ist eine Infektion durch C. difficile so gut wie ausgeschlossen.

Bei positivem Ergebnis wird im zweiten Schritt der GDH-Untersuchung ein Toxin-Nachweis durchgeführt.

Nur bei diskordanten Ergebnissen wird im dritten Schritt eine Kultur auf toxinbildendes  Clostridium difficile angelegt.

In den meisten Fällen kann daher auf die  kulturelle  Untersuchung verzichtet werden, was die Befundlaufzeit deutlich verringert.

Untersuchungsmaterial

Durchfälliger Stuhl
Stuhlröhrchen zu etwa einem Drittel gefüllt

Indikation

Eine Untersuchung auf Clostridium difficile sollte ausschließlich bei Patienten mit klinischer Symptomatik (Durchfall) erfolgen! Bei folgenden Indikationen:

  • Antibiotikatherapie in den letzten 2 Monaten
  • Risikopatient (>65 Jahre, immunsupprimiert, schwere Grundkrankheit, gastrointestinale Grunderkrankung) stationär und ambulant
  • länger als drei Tage Diarrhoe  


Kriterien für den Erfolg der Behandlung

Der Behandlungserfolg ist rein klinisch definiert. Mikrobiologische Kontrolluntersuchungen nach klinischer Heilung sind nicht indiziert.

Besonderheiten aus hygienischer Sicht

  • Clostridien sind Sporenbildner.
  • Sporen sind nicht empfindlich gegenüber alkoholischen Händedesinfektionsmitteln.
  • Schutzkittel und Handschuhe sind daher bei pflegerischen Maßnahmen unabdingbar.
  • Nach der Händedesinfektion müssen die Hände zusätzlich gewaschen werden!
  • Verwendung eines sporoziden Flächendesinfektionsmittels (z.B. Sauerstoffabspalter)


Isolierung des Patienten

Während der klinischen Symptomatik und 2 -3 Tage darüber hinaus (nicht länger).

Meldepflicht

Meldepflicht an das zuständige Gesundheitsamt nach §6 IfSG (Arztmeldung) bei:

  • schwer verlaufenden Fällen: (ITS-Behandlung oder chirurgischer Eingriff erforderlich)
  • Wiederaufnahme wegen rekurrenter Infektion
  • Tod innerhalb eines Monats nach Diagnosestellung
  • gehäuftem Auftreten


Therapie
 

  • wenn möglich, Absetzen der Antibiotikatherapie
  • Metronidazol (4 x 250 mg oder 3 x 500 mg oral/i.v.)
  • Vancomycin (4 x 125 mg oral)
  • Fidaxomicin  (2 x tgl. 200 mg oral  über 10 Tage )



Für Rückfragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.


Claudia Metelmann
Fachärztin für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie



Literaturhinweise

RKI-Ratgeber für Ärzte: Clostridium difficile,  Stand 17.08.2011

M.J.T.Crobach, O.M.Dekkers, M.H.Wilcox and E.J.Kuijper: European Society of Clinical Microbiology and Infectious Diseases (ESCMID): Data review and recommendations for diagnosing Clostridium difficile-infection (CDI); Clin Microbiol Infect 2009; 15: 1053-1066

M.H.Wilcox: Overcoming barriers to effective recognition and diagnosis of Clostridium difficile infection; Clin Microbiol Infect 2012; 18 (Suppl.6): 13-20


Stand: 15. April 2014


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